Rauhnächte: Eine Auszeit zwischen den Jahren um bei uns selbst anzukommen.

Im vollen und schnellen Alltag brauchen wir Auszeiten um bei uns anzukommen.

Gerade, wenn unser Alltag wie im Flug an uns vorbeirauscht haben wir Auszeiten um bei uns selbst anzukommen am nötigsten. Kleine Auszeiten im Alltag, aber auch größere. Die Rauhnächte können eine wunderbare Auszeit sein, um bei uns selbst anzukommen.

Kennst du den Moment am Montagmorgen, das Wochenende ist vorbei. So erholsam, wie du es dir am Freitag noch vorgestellt hast, war es nicht. Du liegst im Bett, die Augen noch geschlossen, doch in deinem Kopf rattern schon die Aufgaben und Termine der Woche an dir vorbei. Wie “Gedanken-Moskitos” summen die Anforderungen hinter deinen Augenlidern, noch bevor du auch nur einen bewussten Atemzug gemacht hast? Dein Herzschlag hat sich bereits erhöht, deine Muskelspannung auch. Alles vor dem ersten Kaffee!

Ich kenne das. Das Gedankenkarussell aus “muss ich, sollte ich, könnte ich” läuft ohne Unterlass. Dann startete die Woche und es geht bis Freitagabend so weite. Von einem Termin zum nächsten. Den überwiegenden Teil der Zeit kaum im „Jetzt“ und „Hier“, geschweige denn im eigenen Körper anwesend. Achtsamkeit ist ein rein theoretisches Konstrukt. Im Alltag aber nicht spürbar. 

Das ging mir Jahrelang so. Auch noch, als ich bereits Achtsamkeitskurse gab und anderen beibrachte, wie gut es tut im Moment anwesend zu sein. 

Diese Muster, die da in uns wirken, sind sehr tief. Das Denken in uns ist nicht so einfach abzustellen. Unser Alltagsdenken und unser Alltagsverhalten hat auch sehr positive Seiten. Es hilft uns schnelle Entscheidungen zu treffen und energiesparend, alle Aufgaben unseres Alltags zu erledigen.

Manchmal hilft uns unser Alltagsdenken und -handeln nicht weiter.

Doch es gibt Aspekte in unserem Leben, da hilft uns das Alltagsdenken nicht. Sobald wir unseren Träumen auf die Spur kommen und diese verwirklichen wollen zum Beispiel. Denn wenn wir neue und andere Ergebnisse als bisher in unserem Leben haben wollen, dann brauchen wir auch neue und andere Herangehensweisen.

Außerdem geht uns irgendwann die Puste aus, wenn wir die ganze Zeit damit beschäftigt sind unseren Aufgaben hinterherzulaufen und ständig mehr auf unserer To-do-Liste haben als wir schaffen können.

Ich selbst habe es geschafft, mich einmal komplett gegen die Wand zu fahren, weil ich weder auf meine innere Stimme noch auf meinen Körper gehört habe. Ich kann es wirklich nicht empfehlen. Es macht keinen Spaß.

Auszeiten und Erholung sind ein Anfang.

Natürlich nehmen wir uns Zeiten, um uns vom Alltag zu erholen. Vielleicht gehst du regelmäßig zum Sport. Du kannst im Urlaub auftanken, neue Eindrücke sammeln und den Alltag hinter dir lassen. Vielleicht gehörst du auch zu den glücklichen, die sich ab und an ein Wellness-Wochenende gönnen. Das ist alles großartig und auf jeden Fall der erste Schritt in die richtige Richtung. Es gibt Zeiten die bieten sich an, um aus dem Hamsterrad des Alltags auszubrechen.

Sich Zeit für sich zu nehmen ist essenziell. Auch das fällt vielen von uns ja immer noch schwer genug. Wann nimmst du dir Zeit für ein eigenes Hobby oder um einfach mal die Füße hochzulegen?

Auch die Auszeiten, in denen wir mehr von dem tun, was wir aktuell zu wenig tun, sind gold wert. Mehr dazu kannst du im Artikel „Welche Auszeit brauchst du gerade? 8 Ideen für Auszeiten im Alltag“ nachlesen.

Warum Zeit für dich nicht langt.

Aber wie ist das mit deiner “Zeit für dich”? Was tust du in deiner Zeit? Viele von uns, auch ich, sind auch in der Zeit, die wir uns für uns nehmen mit irgendetwas beschäftigt. Unser Fokus bleibt meistens im Außen. Das ist nicht falsch und nicht schlecht! Zeit die wir nutzen, um Dinge zu tun, die uns Freude machen, die uns guttun und die nicht immer zielführend sind, ist sehr wertvoll!

Aber was uns ganz oft grundlegend fehlt, sind Zeiten in denen wir uns selbst begegnen. Wir brauchen Zeiten zur Innenschau. Wir brauchen Zeiten, in denen wir mit uns alleine sind uns selbst wahrnehmen und nach innen lauschen, um zu erkennen, was in uns gerade los ist. Was wir gerade wirkliche brauchen. Ich persönlich finde diese Zeiten im Alltag oft in der Natur, wenn ich durch den Wald laufe und meine Gedanken schweifen lasse und dabei einfach zur Beobachterin dieser inneren Bilder werde. Wenn ich mich auf einen Baumstamm setze, die Sonne auf meine Nase scheinen lassen, die Augen schließe und eine kleine Reise durch meinen Körper mache um herauszufinden, welche Gefühle da gerade in mir “tanzen”.

Das sind Momente die mir unheimlich guttun!

Falls du magst, kannst du dir auf YouTube noch kurz (weniger als 4 Minuten) meine spontanen Rauhnachts- und Auszeitgedanken ansehen.

Wann ist Zeit für die großen Lebensfragen?

Was in meinem Alltag allerdings oft zu kurz kommt, sind die großen Fragen. Wo soll meine Reise hingehen? Was will ich? Was sind meine Lebensträume? Was macht mich glücklich? Was sollte ich loslassen? Wofür will ich meine Energie einsetzen?

Gerade wenn unser Alltag sehr voll ist, ist es schwierig sich Zeit für diese Fragen zu nehmen. Denn genau diese Fragen sind nicht in 5 Minuten zwischen Einkaufen und Kinder abholen zu beantworten.

Es sind Fragen, die Raum brauchen. Die, die Innenschau und das Ankommen bei sich selbst als Grundlage haben. Die Antworten auf diese Fragen können unserem Leben eine neue Richtung geben. Manchmal macht uns das so große Angst, dass wir uns lieber hinter all den Alltagsaufgaben verstecken. 

Aber wenn du ehrlich in dich hinein spürst und dich jetzt fragst: “bin ich zufrieden mit meinem Leben, so wie es jetzt ist?” welche Gefühle steigen in dir auf?

Bist du wirklich zufrieden? Bist du glücklich? Voll und ganz? Bist du von deinem Leben begeistert? 

Wenn ja: Herzlichen Glückwunsch!!!

Wenn nein: Kannst du dir diese Unzufriedenheit erlauben? Kannst du sie einfach da sein lassen? Deine Unzufriedenheit anzuerkennen und sie dir zu erlauben ist der erste Schritt, um etwas daran zu verändern.

Die Rauhnächte: Eine Auzeit zwischen den Jahren um sich wichtige Fragen zu stellen.

Im Alltag die Zeit freizumachen, um sich die wichtigen Fragen zu stellen, fällt uns allen schwer. Aber es gibt Zeiten, die sich dafür regelrecht anbieten. Außer meiner Sicht ist diese Zeit, die Zeit zwischen den Jahren. Die Rauhnächte. Es sind die Nächte zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar. Es gibt viele Bräuche und Rituale für die Rauhnächte. Diese besondere und stille Zeit bietet sich für die meisten von uns eher zur inneren Einkehr an, als Zeiten unter dem Jahr. 

Außerdem bieten diese Tage sich an, um das alte Jahr bewusst abzuschließen und sich auf das neue vorzubereiten. Ein neues Jahr ist immer eine gefühlte Zäsur und wir nehmen uns oft vor, dann im neuen Jahr etwas zu ändern. Doch mir persönlich ist das noch nie so gut gelungen. Dir?

Warum ich zuerst keinen Zugang zu den Rauhnächten fand.

Ich muss zugeben, als ich das erste Mal von den Rauhnächten hörte, was mir das ganze drumherum etwas zu viel. Räuchern, Orakeln, Anderswelt, Geister-Botschaften, Channeling… Ich bin grundsätzlich nicht abgeneigt mich auf Neues einzulassen. Ich mag Räucherstäbchen und ich ziehe auch Tarotkarten. Aber die Rauhnächte erschienen mir aufgeladen mit all dem und es schien mir sehr viel Aufwand sich “richtig” damit zu befassen. Aufwand war allerdings das letzte, was ich brauchte. Ich wollte mir weder einen Altar errichten noch zwölf verschiedene Räuchermischungen besorgen. Ich bin auch kein Fan von Zukunft orakeln und Wünsche formulieren, ohne in Aktion zu treten.

Ich glaube an inspiriertes Handeln! Da bin ich durch und durch pragmatisch. Werde dir klar was du willst und dann bekomme den Hintern dafür hoch.

Mein Ansatz für die Rauhnächte

Für mich sind die Rauhnächte die perfekte Zeit, mich innerlich etwas aufzuräumen und zu sortieren. Das alte Jahr abzuschließen und mir Gedanken zu machen, was im nächsten Jahr kommen darf.  Ich nehme mir in den Rauhnächten bewusst Zeit für mich und für die Fragen die aktuell für mich relevant sind. Die Rauhnächte geben mir dafür eine Struktur, an der ich mich orientieren kann. Für mich ist es ein bewusster Teil meiner Selbstfürsorge. 

Letztes Jahr habe ich selbst an einem Rauhnachts-Kurs teilgenommen. Darin wurde für jede Rauhnacht auch ein weiblicher Archetyp vorgestellt. Die Kombination hat mir gut gefallen, denn die Archetypen bieten einen Spiegel, der uns hilft verschüttete Anteile und Eigenschaften in uns wiederzufinden. Vor allem der tägliche Impuls von außen hat mir sehr geholfen mir die Zeit für mich tatsächlich zu nehmen. Ich habe nur einen Bruchteil dessen was an Ritualen und Übungen angeboten wurde für mich ausprobiert, denn die Stille mit mir ist für mich das essenzielle der Rauhnächte und ich will mich nicht von mir selbst ablenken. 

Das ist mein Ansatz für meine Rauhnächte. Weniger ist mehr! Hier habe ich für dich eine Übersicht über die Rauhnächte, die weiblichen Archetypen und mit Fragen zu jeder Rauhnacht. Vielleicht ist es dir eine Inspiration um deine eigenen Rauhnächte zu gestalten. Wie du es schlussendlich machst, ist aus meiner Sicht egal, Hauptsache du nimmst dir Zeit, um sie mit dir selbst zu verbringen und dich mit dir selbst auseinanderzusetzen.

Es geht mir darum, dass du den Raum findest ein paar der großen Fragen für dich in dieser besonderen Zeit zu klären. Ich wünsche mir, dass du gestärkt und mit einer Klarheit darüber was du für das kommende Jahr willst aus den Rauhnächten hervorgehst und motiviert bist weiterhin kleine Momente der Selbstbegegnung in deinen Alltag zu integrieren.

Falls dich das interessiert kannst du dir hier die Übersicht als PDF herunterladen und dich für meinen Newsletter eintragen, wenn du magst.

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