Mein Traum: ortsunabhängiges Leben als Familie

Ein Gastartikel von Hanna Bose über ihre Erfahrungen mit ihrem Traum vom ortsunabhängigen Leben.

Hanna hat sich mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn einen Traum erfüllt, den viele träumen und wenige wagen: ortsunabhängiges Leben!

In ihrem Artikel gibt sie einen kurzen Einblick in ihre Gefühlswelt kurz vor dem Start, ein Jahr vorher und ein Jahr nach dem Aufbruch ins neue Leben im Ausland. Aber lies selbst.

Letzte Nacht vor dem Start in ein ortsunabhängiges Leben: 11. April 2018.

Wir liegen im Bett, alle drei. Mein Mann, unser 2-jähriger Sohn und ich. Ein letztes Mal in diesem Bett, bei meinen Eltern unter dem Dach. Hier haben wir die letzten 9 Monate verbracht. Eine Zwischenstation zu unserem Traum vom ortsunabhängigen Leben im Ausland. Als Familie.

Meine Gefühle: Eine Mischung aus Vorfreude und Angst. So wenig wissen wir über unser erstes Ziel, Bali. Wir wollen hier 6 Monate bleiben. So lange gilt unser Visum, das wir vorab beantragt haben. Was danach kommt? Thailand. Dann mal sehen. Wohin uns Lust und Laune verschlagen. Weil wir von überall aus arbeiten können, müssen wir uns vorab nicht weiter festlegen. Wir träumen von fernen Ländern, von Stränden und fremden Kulturen. Ich träume von Indien, er von Australien. Wir können beides machen. Wenn wir wollen. Irgendwann.

Einen Endpunkt unserer Zeit im Ausland gibt es nur theoretisch. Denn irgendwann wird unser Sohn größer. Will oder soll vielleicht zur Schule. Dann wollen wir vielleicht zurück nach Deutschland, wo wir das Bildungssystem kennen.

Ich bin traurig. Sehr. Weil wir meine Eltern zurücklassen. Meine Familie, die immer hinter mir steht. All die vertrauten Kleinigkeiten. Wir haben unsere Wohnung im Wedding (Berlin) aufgegeben, unsere Sachen zum großen Teil verkauft, verschenkt, verliehen oder entsorgt. Geblieben ist ein großer Wanderrucksack (100 Liter), ein Handgepäcksrucksack und ein kleiner Rucksack. Außerdem bleibt eine große Kiste mit Dingen bei meinen Eltern unter dem Dach. Dinge mit nostalgischem Wert. Fotoalben. Brautschuhe. Eine Winterjacke.

Ich habe schon immer davon geträumt, mit meinem Mann im Ausland zu leben. Irgendwie ganz neu anzufangen. Dass es so laufen würde, hatte ich nicht für möglich gehalten.

1 Jahr vor dem Start in ein ortsunabhängiges Leben: 11. April 2017

Heute ist Dienstag. Unser Sohn ist 1 Jahr und 9 Monate alt. Seit er 14 Monate alt ist, also seit September, gehen wir Montag bis Freitag gemeinsam in die Kita. Gemeinsam? Ja, wir haben eine Coworking-Kita im Prenzlauer Berg in Berlin gefunden, unweit unserer Wohnung im Wedding.

Dort leben wir zu dritt in einem Leben mit klassischer Rollenverteilung. Der Mann geht arbeiten und versorgt die Familie. Ist täglich etwa 10 Stunden von zu Hause weg. Manchmal länger. Ich sorge für Haushalt und Baby. Versuche, alles zusammen zu halten. Abends sind wir beide platt vom Tag. Wenn er die Wohnung betritt, drücke ich ihm das Baby in die Hand. Bin gestresst. Brauche Zeit für mich. Am Wochenende wechseln wir uns ab, sodass jeder von uns Schlaf nachholen kann.

Etwa ein Jahr nach der Geburt wird mir klar: So will ich das nicht. Das ist zu viel. Zu einsam. Zu anstrengend. So hatte ich mir Familienleben nicht vorgestellt. Wir reden. Denken nach. Grübeln darüber. Irgendwann steht der Beschluss fest: Unser Familienblog, den hauptsächlich ich seit der Schwangerschaft schreibe, soll ein Online-Business werden. Wir wollen damit Geld verdienen. Genug, um überall auf der Welt zu leben. Hört sich verrückt an? War uns egal. Wir brauchten einen Ausweg. Dort sahen wir ihn.

Doch zunächst brauchte ich Zeit, um an unserem Ausweg zu arbeiten. Also meldeten wir uns in der Coworking Kita an. 6 Stunden hatte ich theoretisch täglich, in der mein Kind betreut wurde und ich gleich nebenan arbeiten konnte. Zum Mittagessen kamen wir Eltern in die Kita-Räume. Wenn wir zwischendurch gebraucht wurden, waren wir ebenfalls zur Stelle.

So fing er an, der Traum. Und der Ausweg aus dem Hamsterrad. Bis zu unserer Abreise nach Bali war das Online-Business tatsächlich so weit gewachsen, dass es dort für unser Leben reichen würde.

Die Rückkehr nach Hause – trotzdem ein ortsunabhängiges Leben: 11. April 2019

Ich wache morgens auf, in unserem Bett, neben meinem Mann und meinem Sohn. In dem Bett, das wir vor einem Jahr verlassen haben. Noch 10 Wochen bis zum Entbindungstermin. Die Schwangerschaft ist nervenaufreibend. Seit der 18. Woche habe ich immer wieder Blutungen. Vermutlich die Plazenta.

Doch die Schwangerschaft war nur ein Grund, wieder nach Hause zu kommen. Denn das ist es für uns, Deutschland, unser Zuhause. Schon vor der Schwangerschaft bemerkten wir, dass für unseren Sohn der Zeitpunkt viel früher gekommen war, als wir dachten. Er wollte feste Freunde. Ein regelmäßiges Umfeld.

Weil ein Lebensentwurf immer für alle Beteiligten passen muss, entschieden wir uns, den Ort zu wechseln. Wir konnten an allen Orten dieser Erde leben. Doch der beste für uns, das wurde immer klarer, ist dieser hier. An dem unser Bett unter dem Dach meiner Eltern steht.

Ortsunabhängig leben und Geld verdienen bedeutet nicht, dass wir in der Karibik leben oder von Ort zu Ort tingeln müssen. Es bedeutet, dass wir die Freiheit haben, für uns zu entscheiden, welcher Ort für uns am besten passt. Wo wir wirklich glücklich sind. Wo unser Familienleben so sein kann, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Und das ist hier.

Hier findest du mehr von Hanna

Wenn Du wissen willst, wie es weiter geht mit Hannas Familienleben, schau auf ihrem Blog https://rubbelbatz.de vorbei und folge ihr auf Instagram und Facebook.

Und was ist dein Traum?

Träumst du auch davon deine Familie einzupacken, um die Welt zu sehen? Oder sind deine Träume ganz andere? Was sagt dir deine Sehnsucht? Eine große Reise? Ein Buch schreiben? Auf einem Biobauernhof leben? Ein Café eröffnen? Gibt es Ideen in deinem Kopf, die dein Herz höher schlagen lasse? Oder hast du noch keine konkrete Idee, aber eine vage Sehnsucht danach, dass in deinem Leben noch mehr möglich sein muß?

Hast du dir schon mal die Frage gestellt, was du in deinem Leben wirklich noch haben, sein und erreichen willst und dir eine Löffelliste gemacht?

Komm deinen Träumen auf die Spur und werde zur Traumverwirklicherin. Wenn du Gleichgesinnte suchst, dann schau in der Traumverwirklicherinnen Community vorbei und fang an, dein Leben so zu leben, dass darin wieder Platz für Begeisterung ist.

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