Wie dir ein Wunschzettel hilft deine Träume zu erkennen

Wünsch dir was!

Kinder können wünschen.

Mein Sohn ist gerade fünf geworden. Er malt dieses Jahr zum ersten Mal ganz eifrig einen Wunschzettel für den Weihnachtsmann. Es macht total viel Spaß ihn dabei zu beobachten wie er mit leuchtenden Augen all seine Wünsche aufs Papier bringt.
Er macht sich noch nicht wirklich viele Gedanken darüber, ob diese Wünsche auch in Erfüllung gehen. (Ich natürlich schon) Sein Glaube daran ist groß. Er hat bisher wenig Enttäuschung erlebt, was Wunsch- und Traumerfüllung angeht.

Erwachsene müssen das Wünschen wieder lernen.

Uns Großen geht es da manchmal ganz anders, oder? Wir wissen, dass unsere Wünsche nicht immer in Erfüllung gehen und vielleicht warst du auch schon manchmal richtig enttäuscht wenn sich einer deiner Träume erfüllt hat? Die Erfüllung dieses Traumes hat dich nicht glücklicher und zufriedener gemacht?
Dann solltest du dich fragen, war es dein eigener Traum, oder war es etwas, was man erreichen sollte, was man tun sollte, was man haben sollte?
Wenn ich gefragt werde, was ich mir zu Weihnachten wünsche, dann fällt mir entweder gar nichts ein, oder ich halte meinen Wunsch für zu groß. Manchmal habe ich auch einen Wunsch und traue mich gar nicht, dass so offen auszusprechen oder kann es selbst nicht benennen. Dann wünsche ich mir vielleicht „Theaterkarten“ und es geht mir eigentlich um die „Zeit zu zweit“ und das Gespräch beim anschließenden Essen ist das wichtigste für mich. Mein Wunsch hinter dem Wunsch ist in diesem Beispiel, dass mein Bedürfnis nach Austausch und Zugehörigkeit erfüllt wird.

Wie willst du dich fühlen?

Wir wollen uns mit allen unseren Wünschen und Träumen eigentlich unsere Bedürfnisse erfüllen. Ich glaube unsere Motivation hinter allen Zielen ist es ein bestimmtes Gefühl zu haben. Hinter jedem Traum steckt ein Bedürfnis. Und wenn dieses Bedürfnis erfüllt ist, dann haben wir gute Gefühle. Es ist das gute Gefühl, dass du tatsächlich haben willst. Du willst dich gut fühlen. Du willst glücklich sein.
Manchmal taugt ein Wunsch jedoch nicht um das eigentliche Bedürfnis zu erfüllen.

 

Was ist der Traum hinter deinem Traum?

Du solltest dich also fragen was hinter deinen Träumen steht. Um was es eigentlich geht.
Wenn du z.B. von einem Haus auf dem Land träumst, dann hast du vielleicht das Bild von einer glücklichen Familie vor Augen, die zusammen auf einer sonnigen Terrasse sitzt und den Nachmittag genießt. Deine Bedürfnisse hinter dem Traum vom Leben auf dem Land sind vielleicht Ruhe und Geborgenheit.
Wenn du dann aber tatsächlich auf dem Land wohnst, dann merkst du, dass du viel längere Wege hast. Du verbringst viel Zeit im Auto, musst die Kinder zu jeder Nachmittagsbeschäftigung fahren und das Haus zu putzen ist auch viel mehr Aufwand als du dir eigentlich vorgestellt hast. Von den beschaulichen Nachmittagen und von Ruhe und Geborgenheit hast du im Alltag relativ wenig. Was wäre also ein geeigneterer Traum um dein Bedürfnis nach Ruhe und Geborgenheit zu stillen?

Lerne deine Bedürfnisse und Gefühle kennen.

In der Gewaltfreien Kommunikation heißt es die Bedürfnisse sind die Kinder der Gefühle und jedes unerfüllte Bedürfnis löst in uns ein unangenehmes Gefühl aus, jedes erfüllte Bedürfnis ein angenehmes. Herauszufinden, was die eigenen Bedürfnisse sind fällt uns aber oft gar nicht so leicht. Es hilft dabei innerlich ab und zu einen Schritt zurückzutreten und zu schauen, was ist es was ich will und brauche. Eine schöne Einführung zum Thema Gewaltfreie Kommunikation, Gefühle und Bedürfnisse findest du bei Susanne Lorenz.

Was wünschst du dir wirklich?

Vielleicht ist es an der Zeit mal wieder einen Wunschzettel zu schreiben. Nicht unbedingt an den Weihnachtsmann, sondern an uns selbst. Denn die meisten unsere Wünsche können wir uns selbst erfüllen!

Versuche es. Werde wieder zum Kind. Denke nicht wie ein Erwachsener. Schreibe unzensiert alles auf, was du dir wünschst und wovon zu träumst.

Wenn dein Wunschzettel fertig ist kannst du dir überlegen, welche Bedürfnisse dahinter stehen, was der Wunsch hinter dem Wunsch ist.

Ein paar davon kannst du dir bestimmt selbst erfüllen und vielleicht erfüllen dir den einen oder anderen deine Liebsten, wenn du Ihnen deine wahren Wünsche verrätst. Ich wünsche dir eine schöne Adventszeit in der du deinen Wünschen erkunden und die kleinen Glücklichmacher (Zimtsterne, mhhh lecker!) der Adventszeit genießen kannst. Und je klarer dir dein Warum und deine Bedürfnisse hinter deinen Wünschen und Träumen werden, desto leichter fällt es dir die Träume anzugehen, die dich wirklich glücklich machen.

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